Beschwerden schildern

Überlegungen zu einer Diskursart

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.5077/journals/zfkl.2026.e2338

Schlagwörter:

Schildern, Beschreiben, Erzählen, Diskursanalyse, Pragmatik

Abstract

Eine Grundlage der Narratologie ist die Unterscheidung zwischen Erzählen und Beschreiben. Allerdings bleiben die Versuche, ein trennscharfes Verhältnis zwischen beiden zu etablieren, problematisch. Unter Rückgriff auf den Gebrauch in der Alltagssprache wird vorgeschlagen, das Schildern im Verhältnis zu Erzählen und Beschreiben als ein Drittes und insofern als eine eigene „Diskursart“ aufzufassen und als eine relevante kulturwissenschaftliche und darstellungstheoretische Kategorie zu reflektieren, die aus einer kulturlinguistischen Perspektive auch deshalb interessant ist, weil es für das Wort schildern keine adäquate Entsprechung in anderen europäischen Sprachen gibt. Die Logik des Schilderns wird anhand einer der typischen Situationen analysiert, in deren Zusammenhang das Wort „schildern“ häufig verwendet wird: das Arzt-Patienten-Gespräch. An diesem Beispiel wird deutlich, dass das Schildern von Beschwerden eine komplexe Aufgabe ist, die Probleme sowohl der Erfassung wie auch der Darstellung impliziert. Zudem sind Beschwerden etwas, was wiederholt auftritt und nicht bloß ‚der Reihe nach‘ erzählt werden kann. Im Gegensatz zur Beschreibung, die auf Begriffe aus, die einen Gegenstand objektiv erfassen sollen, geht es in der Schilderung darum, ein Bild zu vermitteln, das subjektive Anteile hat, diese Anteile aber gleichwohl möglichst sachlich und insofern objektiv wiedergibt.

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Veröffentlicht

30.04.2026

Ausgabe

Rubrik

Linguistisch-literaturwissenschaftlicher Forschungsartikel

Zitationsvorschlag

Beschwerden schildern: Überlegungen zu einer Diskursart. (2026). Zeitschrift für Kulturlinguistik – Revue de linguistique culturelle – Rivista di linguistica culturale – Journal of Cultural Linguistics, 1(1). https://doi.org/10.5077/journals/zfkl.2026.e2338